Sonntag, 5. Oktober 2008

Eindrücke

Eindrücke, davon gab es in den letzten Tagen viele. Ich habe so viele neue, schöne, aufregende Dinge erlebt und gesehen.

Als ich am Freitag Abend in Riga angekommen war, strahlte ich übers ganze Gesicht und habe in diesem Moment noch einmal realisiert, dass Lettland für mich in den nächsten Monaten mein Zuhause wird.

Die großen Markthallen. Die große Brücke über die Daugava, die nachts blau erleuchtet ist.

Natürlich ist mir noch Vieles fremd und oft komme ich mir noch hilflos vor.

Doch in dieser Nacht und am nächsten Tag fühlte ich mich sehr, sehr wohl.



Ich habe mich mit Viktor an der großen Bahnhofsuhr getroffen.
Wir feierten also an diesem Abend den "Tag der deutschen Einheit" mit einer kleinen Kneipentour durch Riga (Leningrads, French Bar, Kuba Bar, Shot Bar).

Riga ist schön. Es gibt nachts viele beleuchtete Häuser. Viele kleine Gassen. Keine Riesenstadt, aber ich finde mich trotzdem noch nicht zurecht.
Als wir dann genug gefeiert und getanzt und getrunken haben, machten wir uns auf den Weg zu einem Freund von Viktor, wo wir übernachteten.

Am Samstag sind wir aufgestanden. Viel zu früh. Zu wenig Schlaf. Aber wir mussten. Dann haben wir geduscht und ich fühlte mich so sauber wie schon lange nicht mehr. Er hat eine tolle saubere Wohnung, bei welcher ich gerade neidisch wurde.

Ich machte mich also mit Viktor auf zur nächsten Busstation und von dort aus gings dann zum Bahnhof. Der Bus war schrecklich. Überfüllt. Stickig. Keine Sitzplätze. Und zu allem Übel kam ich nicht bis an die Schlaufen oben!

Viktor wollte an diesem Tag eine Freundin in Cesis besuchen. Eigentlich war mein Plan nach Sigulda zu gehen. Das lag auf dem Weg nach Cesis. Auch dieser Zug war überfüllt. Wir trafen noch ein paar Erasmus-Stundenten im Zug, die auch dorthin wollten.
Also änderte ich mein Vorhaben und ging mit allen nach Cesis.


Die Zugfahrt war auch ohne festen Sitzplatz schön. Die lettischen Verkehrsmittel sind langsam.
Ein Zug ist etwa zu vergleichen mit einer Straßenbahn bei uns in Deutschland. Die Sitze sind unbequem und die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen.

Doch sie erinnern mich an kleine Spielzeugzüge, denn sie sind immer schön bunt. Die ganze Zugfahrt kam mir vor, wie eine Fahrt mit einer Modelleisenbahn.
Rechts und links:
Wald. Bäume, die aussehen, als hätte sie jemand genau so hingestellt. Sie sind gerade und geordnet. Wie bei einer Modelleisenbahn. Immer wieder sieht man kleine Erdhäufchen, welche die Letten als Berge bezeichnen.

In Cesis trafen wir dann die Freundin von Viktor und bekamen eine persönliche Stadtführung.
Cesis ist eine schöne Stadt. Ich war froh, mitgekommen zu sein. Hier ein paar Bildchen:




Die Altstadt

Unsere "Touri"-Gruppe:


Unser Werk. Zuerst alle getrunken und dann aufgebaut. Gut, hm?




Als ich dann das Wichtigste in Cesis gesehen hatte, macht ich mich auf den Weg nach Sigulda, meinen eigentlichen Ziel. Mit dem Bus (wo man übrigens Sitzplätze reserviere kann :)
fuhr ich dann also nach Sigulda, ein kleines Städtchen, aber mit ganz vielen tollen bunten Bäumen, die auch in das Modelleisenbahnbild passen. Doch hat sich hier jemand besonders viel Mühe gegeben mit dem Anmalen.
Es war 16 Uhr, ca. und ich hatte noch nichts gegessen. Ich vergesse hier manchmal zu essen. Komisch. In Sigulda war ich alleine unterwegs, deshalb habe ich auch die ganzen Attraktionen nicht mitgemacht, sondern werde noch einmal hinfahren mit jemandem zusammen.


Das kleine Gänseblümchen hier stand da ganz alleine zwischen ganz vielen Blättern. Wie ein kleiner Sonnenschein.

Als ich dann durch die Stadt schlenderte kam ich an ein paar Kastanienbäumen vorbei. Da hab ich angefangen Kastanien zu sammeln. Ihr solltet es auch mal wieder machen. Wie früher. Es macht Spaß. Ich hab große, kleine, runde und auch kantige gefunden.

Eigentlich wollte ich jedem von euch eine mitbringen, aber dann ist mir eingefallen, dass ihr ja alle in Deutschland seit. In Lettland kriegen Kinder zB. eine Kastanie in die Hosentasche, das bringt Glück. Wenn ihr also die Tage mal wieder draußen seit, dann haltet Ausschau nach einer Kastanie, steckt sie euch in die Hosentasche und denkt an mich.



Ihr fehlt mir doch schon ein bisschen, aber schlimmer wäre ja, wenn ihr mir nicht fehlen würdet, richtig?
Ich geh jetzt arbeiten. Ja, am Sonntag. Ich bin eben doch ein Schafferle :)

Alles Liebe
Marina

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