Donnerstag, 30. Oktober 2008

Ereignisse

lang lang ists her, seit ich den letzten Eintrag schrieb.

Es hat sich auch vieles verändert hier bei mir.

Vergangene Woche war ich von Mittwoch bis Sonntag in Ramavas, das ist ein klitzekleines Dörfchen bei Riga. Wir hatten dort unser "on-arrival training".

Wir, das sind die Freiwilligen, die in den letzten Wochen hier in Lettland angekommen sind.

Dort hatten wir Programm von 9 Uhr morgens bis abends. Es war ziemlich anstrengend, aber auch tierisch interessant und spaßig.
Wir waren also 12 Freiwillige aus Deutschland, Österreich, Asabaidschan, Belgien, Frankreich und Holland.

(das war bei einer Challenge, als wir nach Riga kommen mussten)

Jedenfalls lebten wir dort also gemeinsam mit unseren Mentoren und unseren drei Trainern, welche außerordentlich toll und nett waren friedlich in diesem Haus.
Friedlich zumindest bis Samstag. Morgens fand Zane (meine Mentorin) ein kleines Anhängerchen auf dem Boden, im 1. Stock. Da fiel mir auf es ist meins, aber eigentlich hatte ich es im Geldbeutel gehabt. Die weiteren Stunden hab ich mich immer darüber gefreut, wenn ich ein paar Sentimu auf dem Boden gefunden habe.

Nach dem Mittagessen waren wir dann oben in unerem Schlafraum (2. Stock) und eine andere Freiwillige wollte mir 10 Lat geben, hatte aber nur 20 und fragte mich dann ob ich wechseln kann. "Klar, mein Geldbeutel ist in meinem Rucksack" war dann meine Antwort. Nach einem kurzen Augenblick meinte sie jedoch: "Hm, dein Geldbeutel liegt auf dem Bett und...wo hast du denn da dein Geld drin??".

--> Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, aber ja, es war weg. Es war nicht arg viel Geld, aber immerhin 10 Lat oder so. Außerdem war meine lettische Bankkarte auch weg (natürlich hatte ich - schlau wie ich bin - auch den Pincode drin gehabt). Jedenfalls hab ich im Moment also keine Bankkarte, bekomm aber morgen eine.

Ok, was gibt es noch neues? Seit Dienstag ist der MANU zu Besuch, das ist toll.

Aber leider habe ich nur relativ wenig Zeit, weil diese Woche sehr viel zu tun ist. Dazu komm ich jetzt. Wenn wir, bzw. irgendeine NGO ein Projekt machen möchte, müssen sie dazu erst das "Projekt schreiben" und es dann an die Nationalagentur senden.

Wir möchten also im Sommer einen Youth Exchange hier bei uns machen. Dazu mussten wir das Projekt schreiben und Partner finden in Europa. Da Zane beim studieren ist, hatte ich also viel zu tun =) Immerhin habe ich nun schon 3-4 Partner gefunden und 5 brauche ich.

Ab heute gibt es bei uns im Club immer einmal die Woche eine Babyschule. Da kommen dann die Mamis mit ihren kleinen Kindern und dann wird mal schön gelernt. Also wie ich es verstanden habe, gibt es eben verschiedene Klassen, für verschiedene Alter. Von 3 Monaten bis zu 3 Jahren ist alles vertreten. Hier lernen die kleinen eben auch sich zu konzentrieren und zu "musizieren" und "künstlerisch" zu sein.

Ich bin dabei die Assistentin. Das tolle an dieser Aufgabe ist, dass ich besser Lettisch spreche, als die Kids :)

Ganz passend war dazu natürlich auch, dass ich mir heute Morgen endlich Hausschuhe für den Club zugelegt habe, denn die Kinder fahren total drauf ab !!

Heute waren wir schon im Baumarkt und haben Farbe eingekauft für mein Zimmerchen. Heut Abend geht die Streich-Party ab. JIHA.

Und am Freitag haben wir hier ne Halloweenparty. Das wird gruselig. Bei dem Gedanken kann ich schon nicht mehr schlafen. Mit einer richtigen holländischen Band. Toll, oder?

Das wars auch schon wieder von meiner Seite.
Ich freue mich natürlich auch, wenn ihr mir mal erzählt, wie es euch denn - ohne mich - so geht?

Alles Liebe
Marina♥

Sonntag, 19. Oktober 2008

Auswertung

ja man merkt eben schon, dass wir Freunde zusammenpassen...48% stimmten für Fleisch.
Gestern habe ich übrigens zum ersten Mal richtig leckeres Fleisch gebraten. Chicken wings oder sowas. (ich kann das ja immer nicht so genau sagen, weil ich nicht weiß, was draufsteht, aber so hats geschmeckt). Lecker wars.

Vielen Dank fürs mitabstimmen und ich zähle auch das nächste Mal wieder auf euch!

Drücker
Marina

Freitag, 17. Oktober 2008

vieles

vieles ist passiert, seit meinem letzten Eintrag.

Ok, am besten fange ich ganz vorne an.

Ich habe mich also letzten Freitag hier in Jelgava mit Laura und Laura, ebenfalls zwei deutschen Freiwilligen getroffen, bei ihnen zu Hause. War ein wirklich netter Abend. Morgens bin ich dann kurz nach Hause, aber dann auch bald schon wieder nach Jelgava und von da aus mit dem Zug nach Rezekne, zu meiner allerersten Volunteerparty:





und am nächsten Tag wieder zurück. Ich hatte dort die Möglichkeit viele nette Freiwillige wiederzusehen und ich habe auch die Karo wiedergetroffen, mit welcher ich schon im Weimar war.
Die Woche über passierte nichts besonderes. Wobei, ich hatte meinen ersten richtigen lettisch-verregneten Tag. Ich hatte schon Angst es würde gar nicht mehr aufhören.

Dabei bemerkte ich auch, dass ich meinen Regenschirm zu Hause vergessen hatte. Nunja ich werde mir wohl noch einen kaufen müssen.

Wenn es hier in Lettland regnet, dann ist das nicht, als würde es in Deutschland regnen, selbst wenn es gleich viel Regen wäre, denn die Straßen hier bestehen wie gesagt mehr aus Löchern, als aus Straße. (Und das Kanal-Abfließ-System bedarf auch einer erneuerung :) Der Weg zur Haltestelle verwandelt sich also in einen Hindernisparcour.

Neben einer Straße auf dem Gehweg zu laufen ist in Regentagen nahezu unmöglich, außer man hatte noch keine Dusche, dann erweist es sich als äußerst empfehlenswert direkt neben einer Straße zu laufen.

Vergangenen Freitag war ich wieder in Riga ein wenig feiern.

Hier einige Impressionen dieser Nacht :)





das ist die Karo aus Halle =) bei Cilipicca (sowas wie Pizzahut) ich find das hat was künstlerisches dieses Bild...
Es war jedenfalls wieder einmal ein spitzenmäßiger Abend/Nacht/Morgen in Riga.
Wir (Karo und ich) haben dann den ersten Zug in Richtung Jelgava genommen und haben erstmal gaaanz lange geschlafen. Eigentlich hatten wir auch geplant einen weiteren Abend in Riga zu verbringen, aber dazu fehlte uns dann die Energie und wir haben uns bei mir was Leckeres gekocht. *mjam*
Achja ich hab noch etwas sehr Merkwürdiges/Lustiges/Tolles erlebt am Freitag. Wir laufen gerade in eine Unterführung rein, da hör ich jemanden Gitarre spielen und denk nur..."Marina, die Stimme kennst doch irgendwoher!" und tatsächlich es war ein netter Bub, den ich im Juli in Riga auf ner Privatparty kennengelernt hatte. Ich hab dann mit ihm gequatscht und er hat sich sogar noch daran erinnert. Das war wirklich verrückt...
So jetzt muss ich wirklich weiterarbeiten :)
Ihr fehlt mir.
Ganz liebe Grüße
Marina

Donnerstag, 9. Oktober 2008

langsam..

Die Zeit hier vergeht langsamer. Die Busse fahren langsamer. Die Züge fahren noch langsamer und von den Autos möchte ich erst gar nicht anfangen.
Die Menschen gehen langsamer und die Blätter fallen langsamer.
Auf der anderen Seite vergeht die Zeit viel schneller. Die Menschen reden schneller. Das Essen kommt schneller. Der Tag an sich vergeht schneller. Oft bin ich ab 10 oder 11 Uhr morgens hier und gehe dann abends gegen 19 Uhr. Dazwischen kurz zu ASTARTE (eine Tankstelle mit einem kleinen "Restaurant" dabei) etwas essen und dann gehts weiter :)

An dieser Stelle möchte ich noch einmal etwas zu meinen Essgewohnheiten schreiben:
Morgens bleibt meistens nur wenig Zeit zum Essen, da ich mich ja immer nach dem Bus richten muss. Aber dann gehen wir mittags entweder in diese Kantine vom ersten Tag oder eben zu ASTARTE. Jedoch ohne irgendeinen Letten, der uns übersetzen könnte, was auf der Karte steht.
Deshalb zeige ich einfach auf irgendeinen Teller, welcher vor einem Gast steht und zeige anschließend auf mich. Bisher hat es immer funktioniert und war wirklich wirklich gut. Auch hier gibts nichts über 2 Lat.
Ich habe inzwischen den "Yellow Room" ausgeräumt und schöne bequeme Möbel wieder eingeräumt. Das ist jetzt das "Volunteer Office", oder so.
Für gewöhnlich halte ich mich trotz allem meistens unten auf, oder sonst irgendwo, denn in "meinem Office" ist ja niemand zum quatschen.
Jetzt habe ich Rückenschmerzen, denn ich habe heute soooooooooooooooo viel gestaubsaugt, also wirklich viel und naja..jetzt sind die Arbeiterboys wieder gekommen und machen alles wieder schmutzig :(
Ich habe heute glaube ich einen alten Teppich ergattert, alt, aber besser als Tierchen :)

Die ein oder andere Kommunikationsschwierigkeiten gab es natürlich auch schon. Sei es mit dem Menschen der mir am Sonntagmittag einen Laster voll Holz vors Haus wirft, oder mit der putzenden Granny, die genau weiß, dass ich kein Lettisch kann (sie ist aber so zuckersüß, ne richtige Oma), oder wie heute Morgen, als ich gestaubsaugt habe und mir ein Mann den Staubsauger weggenommen hat. Naja!

Gestern war ich mit "Ed" in Riga, dort war ein Guitar+Drum-Contest, sponsored by BJMK. In einem super tollen Schuppen, so wie sie mir eben gefallen :)
Morgen treffe ich mich mit zwei anderen Deutschen hier in Jelgava und fahre wahrscheinlich mit den Beiden am Samstag knapp 400 km auf eine Volunteerparty nach Rezekne, das ca. 60 km von der Grene zu Russland entfernt ist :)

Außerdem hatte ich am Dienstag meine erste Gesangsstunde und gestern meine erste Lettischsstunde.
So genug gequatscht. Ich geh jetzt mal wieder was arbeiten. Ab Freitag habe ich eine richtige Bankkarte (=GELD!!)

Herzlich grüßt euch
Marina

Sonntag, 5. Oktober 2008

Eindrücke

Eindrücke, davon gab es in den letzten Tagen viele. Ich habe so viele neue, schöne, aufregende Dinge erlebt und gesehen.

Als ich am Freitag Abend in Riga angekommen war, strahlte ich übers ganze Gesicht und habe in diesem Moment noch einmal realisiert, dass Lettland für mich in den nächsten Monaten mein Zuhause wird.

Die großen Markthallen. Die große Brücke über die Daugava, die nachts blau erleuchtet ist.

Natürlich ist mir noch Vieles fremd und oft komme ich mir noch hilflos vor.

Doch in dieser Nacht und am nächsten Tag fühlte ich mich sehr, sehr wohl.



Ich habe mich mit Viktor an der großen Bahnhofsuhr getroffen.
Wir feierten also an diesem Abend den "Tag der deutschen Einheit" mit einer kleinen Kneipentour durch Riga (Leningrads, French Bar, Kuba Bar, Shot Bar).

Riga ist schön. Es gibt nachts viele beleuchtete Häuser. Viele kleine Gassen. Keine Riesenstadt, aber ich finde mich trotzdem noch nicht zurecht.
Als wir dann genug gefeiert und getanzt und getrunken haben, machten wir uns auf den Weg zu einem Freund von Viktor, wo wir übernachteten.

Am Samstag sind wir aufgestanden. Viel zu früh. Zu wenig Schlaf. Aber wir mussten. Dann haben wir geduscht und ich fühlte mich so sauber wie schon lange nicht mehr. Er hat eine tolle saubere Wohnung, bei welcher ich gerade neidisch wurde.

Ich machte mich also mit Viktor auf zur nächsten Busstation und von dort aus gings dann zum Bahnhof. Der Bus war schrecklich. Überfüllt. Stickig. Keine Sitzplätze. Und zu allem Übel kam ich nicht bis an die Schlaufen oben!

Viktor wollte an diesem Tag eine Freundin in Cesis besuchen. Eigentlich war mein Plan nach Sigulda zu gehen. Das lag auf dem Weg nach Cesis. Auch dieser Zug war überfüllt. Wir trafen noch ein paar Erasmus-Stundenten im Zug, die auch dorthin wollten.
Also änderte ich mein Vorhaben und ging mit allen nach Cesis.


Die Zugfahrt war auch ohne festen Sitzplatz schön. Die lettischen Verkehrsmittel sind langsam.
Ein Zug ist etwa zu vergleichen mit einer Straßenbahn bei uns in Deutschland. Die Sitze sind unbequem und die Fenster lassen sich nicht mehr öffnen.

Doch sie erinnern mich an kleine Spielzeugzüge, denn sie sind immer schön bunt. Die ganze Zugfahrt kam mir vor, wie eine Fahrt mit einer Modelleisenbahn.
Rechts und links:
Wald. Bäume, die aussehen, als hätte sie jemand genau so hingestellt. Sie sind gerade und geordnet. Wie bei einer Modelleisenbahn. Immer wieder sieht man kleine Erdhäufchen, welche die Letten als Berge bezeichnen.

In Cesis trafen wir dann die Freundin von Viktor und bekamen eine persönliche Stadtführung.
Cesis ist eine schöne Stadt. Ich war froh, mitgekommen zu sein. Hier ein paar Bildchen:




Die Altstadt

Unsere "Touri"-Gruppe:


Unser Werk. Zuerst alle getrunken und dann aufgebaut. Gut, hm?




Als ich dann das Wichtigste in Cesis gesehen hatte, macht ich mich auf den Weg nach Sigulda, meinen eigentlichen Ziel. Mit dem Bus (wo man übrigens Sitzplätze reserviere kann :)
fuhr ich dann also nach Sigulda, ein kleines Städtchen, aber mit ganz vielen tollen bunten Bäumen, die auch in das Modelleisenbahnbild passen. Doch hat sich hier jemand besonders viel Mühe gegeben mit dem Anmalen.
Es war 16 Uhr, ca. und ich hatte noch nichts gegessen. Ich vergesse hier manchmal zu essen. Komisch. In Sigulda war ich alleine unterwegs, deshalb habe ich auch die ganzen Attraktionen nicht mitgemacht, sondern werde noch einmal hinfahren mit jemandem zusammen.


Das kleine Gänseblümchen hier stand da ganz alleine zwischen ganz vielen Blättern. Wie ein kleiner Sonnenschein.

Als ich dann durch die Stadt schlenderte kam ich an ein paar Kastanienbäumen vorbei. Da hab ich angefangen Kastanien zu sammeln. Ihr solltet es auch mal wieder machen. Wie früher. Es macht Spaß. Ich hab große, kleine, runde und auch kantige gefunden.

Eigentlich wollte ich jedem von euch eine mitbringen, aber dann ist mir eingefallen, dass ihr ja alle in Deutschland seit. In Lettland kriegen Kinder zB. eine Kastanie in die Hosentasche, das bringt Glück. Wenn ihr also die Tage mal wieder draußen seit, dann haltet Ausschau nach einer Kastanie, steckt sie euch in die Hosentasche und denkt an mich.



Ihr fehlt mir doch schon ein bisschen, aber schlimmer wäre ja, wenn ihr mir nicht fehlen würdet, richtig?
Ich geh jetzt arbeiten. Ja, am Sonntag. Ich bin eben doch ein Schafferle :)

Alles Liebe
Marina

Freitag, 3. Oktober 2008

es gibt Arbeit!

nachdem ich die letzten zwei Tage nahezu nur mit Tee trinken und Abwarten im BJMK verbracht hatte, wurde ich heute morgen von Endijs abgeholt und dort hin gebracht. Kurz darauf tauchte dann auch schon Zane auf. Zane ist einerseits die Freundin von Endijs, andererseits aber auch meine Mentorin. Jedenfalls bin ich nun erst einmal versorgt mit Arbeit ich muss mit ganz vielen NGO's wie dem BJMK Kontakt aufnehmen (europaweit) und sie fragen, ob sie Teil unserer Homepage werden möchten. Nur muss ich diese NGO's eben auch erst noch finden :)

Jetzt fühle ich mich aber schon ziemlich wichtig! Jedenfalls soll ich mein eigenes "office" bekommen, da man da heute aber nicht einmal 30 cm hätte hineingehen können, bat ich die netten Jungs das Zeug wegzuräumen und werde erst in den nächsten paar Tagen "umziehen".

Ich muss wohl jeden zweiten Sonntag arbeiten. Das ist so: Sonntags können die Bands kommen und dort proben, das heißt es muss eben jemand da sein um auf und abzuschließen.
Und das Ganze auch frühestens um 11 Uhr. Also alles ganz lässig :)

Morgen habe ich dafür frei. Ich werde heute Abend schon aufbrechen für meinen kleinen Ausflug, denn ich wurde eingeladen nach Riga zu kommen (von einem Letten, den ich schon kannte) um den "Tag der Wiedervereinigung" zu feiern. Ich glaube inzwischen wirklich, dass es sich dabei um den deutschen "Tag der Einheit" handelt.
(habt ihr ihn denn auch schön gefeiert, ja?) Jedenfalls werde ich nachher also nach Riga fahren (ich hab noch keine Ahnung wie...) und mich dort mit Viktor treffen.

Dann noch ein paar andere und morgen den selben Zug wie er nach Sigulda nehmen, nur dass er noch weiter fahren wird nach Cisme.
Zane hatte mich heute daraufhingewiesen, meine freien Tage doch bitte zu nutzen und morgen gleich damit anzufangen und nach Sigulda zu fahren.
Der Herbst in Sigulda wird auch der "Goldene Herbst" genannt.
Ich bin schon gespannt, was mich erwarten wird.

Jetzt habe ich meinen Bus verpasst. Mist. Naja nicht so schlimm, es fährt noch einer.
Hoffentlich komme ich in Riga an. Drückt mir die Daumen!

Alles Liebe
Marina

achja mein Knie tut nicht mehr so weh, wie gestern, aber immer noch ein bisschen (ich werde mich auf der Stadt beschweren, dass es keine ausreichende Straßenbeleuchtung gibt :)

Donnerstag, 2. Oktober 2008

aua

Nachdem ich von Rudis und Martins zum Supermarkt in meinem Viertel gefahren wurde und ich dort meine Einkäufe getätigt hatte, machte ich mich gut gelaunt mit vollem Rucksack auf zu meiner Wohnung. Auf dem Weg dorthin, dachte ich darüber nach, dass ich euch eventuell einmal von dieser katastrophalen Straße vom Supermarkt bis zu meiner Wohnung erzählen sollte.


Zuerst bin ich in eine der vielen Pfützen getreten (die Pfützen haben einen enorm großen Durchmesser). Soweit so gut, nicht so schlimm, trocknet ja wieder!


Als ich also beschlossen hatte euch darüber und über die viel zu wenigen funktionierenden Straßenlaternen zu berichten, fand ich mich im selben Augenblick auch schon auf dem Boden liegend wieder. Ich bin gestolpert!



So sieht meine Hose nun aus:



und so mein Knie darunter:



Nun habe ich Grund traurig zu sein, denn es war meine Lieblingshose und außerdem deshalb, weil ich keine Salbe eingepackt habe, die mir in meinem tiefen Schmerz weiterhelfen könnte.

Es tut weh. Es brennt. Nunja. Ich hoffe es zu überleben.

Das wollte ich euch nur kurz erzählen. Nachher schreib ich nochmal.
Aber jetzt habe ich Hunger.

ATA
Marina

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Lab vakar & erste Eindrücke

Lab vakar,


Ich habe mich gerade bei meinen Nachbarn ins Internet eingehackt, deshalb kann ich euch gleich erzählen, was heute noch alles passiert ist.


Nachdem ich meinen Erdbeerjoghurt zum Frühstück verzehrt hatte, machte ich mich auf zur nächstenBusstation, die 3 Minuten zu Fuß entfernt ist. Direkt beim Supermarkt, er ist zwar klein,aber fein. Da ich mich nicht verständigen konnte, hatte ich mich demnachauch nicht getraut einfach in den ersten Bus einzusteigen, also wartete ich, bisder Bus kam, den Zane mir empfohlen hatte. Jetzt denken einige bestimmt. "Mh, komisch, sie hat doch immer gesagt, sie hat ein Auto?"Da muss ich sagen: Gut aufgepasst!

Aber das ist momentan kaputt :(Die Fahrt war wie jede andere Auto-/Busfahrt in Lettland. Holprig. Sehr holprig.Als ich nach wenigen Minuten Fußmarsch dann im Club angekommen bin, war ich froh,dass ich den Weg gefunden hatte =) Daran anschließend freute ich mich, Endijs wieder zu sehen.


Ich war noch gar nicht lange da, als wir auch schon Essen gegangen sind in eine Art Kantine.Dort hat sich seit der Sowjetzeit dem Anschein nach nichts mehr verändert. Weder von den Preisen, noch von der Einrichtung.Aber es war sehr sehr lecker (für ca 1 Lat, also keine zwei Euro inkl. Trinken und Dessert versteht sich).


Endijs ist für die nächsten Monate mein Chef.Er ist der Gründer des BJMK (Kinder und Jugend Musik Club). Im Grundeist der BJMK eine gewöhnliche Musikschule, nur eben nen gewaltigen Tick toller!Ab heute ist der BJMK außerdem noch die erste ROCK MUSIK SCHULE Lettlands.

Bei der RockMusikSchule handelt es sich um eine Schule, wo man (ich bin mir nicht sicher)5/7 mal die Woche Musikunterricht hat. Mindestens zwei Stunden davon sind Instrumentunterrichtsstunden.Dann kommt noch Musikgeschichte und -Theorie dazu.Wenn man das alles fünf Jahre durchgezogen hat, ist man Rockstar.Nein, um ehrlich zu sein weiß ich nicht, was man dann ist. Das werde ich jedoch noch in Erfahrung bringen.



Da heute der erste Tag der RockMusikSchule war, war alles etwas chaotisch und auch ich hatte keine richtigen Aufgaben (vom Staubsaugen,Stempeln, Tee machen, Schlagzeug aufbauen und Tackern abgesehen :)Jedenfalls wird Zane, meine Mentorin, morgen aus Litauen zurückkommen ( wo sie Operngesang studiert )und ich hoffe ich erfahre dann, was genau meine Aufgaben sein werden.


Vorhin haben mir ein paar nette Jungs ein paar Möbel gebracht. Wir haben jetzt einen Tisch und zwei bequeme Stühle.

Eines möchte ich an dieser Stelle noch klarstellen:Jeder der vor meiner Abreise meine Fähigkeiten als Hausfrau angezweifelt hat, hat sich leider getäuscht.Als ich vorhin nach Hause kam, bin ich erst in den Supermarkt und hab mich eingedeckt mit Putzmittel und gleichmal ne mordsPutzparty veranstaltet !!
Beim Putzen hab ich mich dann wahnsinnig gefreut, denn ich habe eine Pfanne gefunden.


Zur Feier des Tages gabs dann gleich malangebratenes Brot mit Käse und einer Art Wurstsalat :)

Mit dem Gasherd muss ich mich noch etwas anfreunden.

Aber jetzt wartet meine Dusche, die freut sich schon darauf ne Massage mit der kratzigsten Bürste, die ich vorhin gefunden habe !!

ATA


Sveiki,

Wälder, Seen, große grüne Landschaften, freie Flächen, vereinzelt kleine Häuschchen. Ich bin angekommen, ich bin in meiner neuen Heimat für die nächsten 9 Monate.
Als ich dann also in den Flieger steigen konnte, wurde es mir richtigbewusst, dass ich für die nächste Zeit erst einmal viel hinter mir lassen werde. Die letzten Tage vor meiner Abreise, habe ich mich immer wieder selbst dabei ertappt, wie ich zu mir sagte : "Marina das oder das machst du jetzt das letzte Mal vor Lettland".


Am Flughafen wurde ich mit Blümchen von einem BJMK Mitarbeiter empfangen. Emils.Ein netter Junge, aber er hat sich verfahren und wir sind mitten inden Feierabendverkehr Rigas reingekommen. Ich habe es als Sightseeingtour gesehen :)
Nachdem wir in der Stadt angekommen sind, wo ich die nächste Zeit leben (Jelgava), haben wir einen kurzen Abstecher zum BJMK gemacht und sind dann zu meiner Wohnung gefahren.Sie liegt etwas außerhalb. Zu weit um zu laufen (wie ich finde).Wir haben hier zwei Zimmer. Ein großes und relativ schönes mit einem großen Bett und zwei Schränken. Und ein kleines Kinderzimmer. Mit einer Bären/Papageien-Tapete.Der Teppichboden ist mit vielen bunten Tierbildchen versehen.

Und ja, ich werde in dem Kinderzimmer wohnen. Denn wenn ich es richtig verstanden habe, dann kommt außer Markus noch ein Freiwilliger und die wohnen dannzu zweit in dem großen Zimmer. Wir werden sehen, wie alles kommt.Vielleicht kann ich auch gegen die Tapete ankämpfen :)
Achja ich habe einen Balkon. Mit Blümchen. Jedenfalls gab es gestern Abend in halb Jelgava kein fließend Wasser mehr.Deshalb sind wir noch schnell in den Supermarkt und haben ein paar Liter gekauft.

Ich weiß noch nicht, was mich heute noch erwarten wird. Kommt Zeit, kommt Rat.
Ganz viele liebe Grüße Marina
ZUSATZ: ich habe gerade noch einmal die Wohnung erkundet und testete so auch meine Klingel.Sofern man diesen Wachmacher als Klingel bezeichnen kann. Eine wahnsinns Melodie erschallt durch die WohnungIch hatte schon Angst, sie hört gar nichtmehr auf zu klingeln. :)
geschrieben am 1. Oktober, morgens!